BrainDance  - das ist die Idee einer Tanzperformance, in der zwei kreative Momente  – der Improvisationstanz als Ausdruck körperlicher Aktion und Kommunikation und die  hörbar gemachten Rhythmen der Gehirnsignale als Ausdruck geistiger Aktivität – in  Interaktion gebracht werden sollen.  Braindance - ein Erlebnis interaktiver Körperkunst Entstanden ist das Konzept in den Köpfen von Ottmar Gendera und  Thilo Hinterberger. Die choreographische Gestaltung hat Prof.  Dieter Heitkamp der Hochschule für Tanz und Darstellende Kunst,  Frankfurt übernommen. Den tänzerischen Part inszeniert mit  Begeisterung Carla Pulvermacher. Betrachtet man das Gehirn als den Teil unseres Körpers, der uns  über unsere tierischen Anlagen hinaushebt, dann könnte die  Thematisierung des dem Gehirn zugrunde liegenden  Entwicklungsvorganges zum Inhalt der Performance werden.  Dargestellt werden könnte die Evolution der menschlichen  Individualisierung, des Erkenntnisprozesses, die daraus  resultierende Begegnung mit dem Gegenüber, dem „Du und  schließlich der Begegnung des Erkennenden mit dem eigenen  Selbst, das ebenfalls als „Du erkannt wird. Dieser Prozess stellt  eine wesentliche Qualität des menschlichen Geistes dar.  Die Verbindung zwischen körperlicher Aktivität (Tanz) und der  geistigen Aktivität (Gehirnsignale) besitzt noch einen anderen  wichtigen Kontext: Den der Kommunikation. Jede Begegnung  verursacht Kommunikation: Wir hören, sehen, fühlen –  Wahrnehmung, die zunächst ins Gehirn geht und dessen Reaktion  als Antwort immer von unserem Muskelsystem vermittelt wird.  Ohne die Bewegungsfähigkeit unseres Körpers wäre der Geist in  uns eingeschlossen! Die Steuerung der Bewegung durch das Gehirn wird in der  „BrainDance-Performance dadurch verdeutlicht, dass ein/e TänzerIn  (wir könnten ihn Dreamer nennen) zur Quelle von Gehirnsignalen  wird, die live den anderen Tänzern/Innen und dem Publikum hörbar  gemacht werden. Durch die Verbindung von Musik und Tanz sind  diese Gehirnsignale Auslöser von Bewegung. Durch die  Wahrnehmung des Dreamer-Tänzers sind aber auch seine  Hirnsignale und damit seine körperliche Antwort zumindest  teilweise bestimmt durch das Geschehen.  Eine Feedbackschleife entsteht, die das gesamte Geschehen  umfasst.  Der Dreamer-Tänzer wird durch seine Eigenschaft als „Quelle alles  Hörbaren zu einer Leitfigur des Geschehens. Er ist Musiker und  Komponist zugleich und zwar im Hier und Jetzt! Der Copmputer  stellt eine Palette an Musikinstrumenten zur Verfügung. Der Einsatz  der unterschiedlichen Musikinstrumente wird aber bestimmt vom  Bediener des Computers, dem die Rolle des Dirigenten zukommt.  Hier jedoch ist es Aufgabe des Dirigenten, sich vom Geschehen der  Darsteller leiten zu lassen. Auch eine Feedbackschleife.  Die langsamen Hirnpotentiale sind ein gutes Beispiel für die  Sichtbarmachung der direkten Interaktion, da die langsamen  Hirnpotentiale die Bereitschaft einer Bewegung widerspiegeln.  Zugleich ist aber auch die Reaktion auf den Sound die sichtbare  Äußerung, sodaß Ursache und Folge der Bewegung für den  Zuschauer kaum mehr unterscheidbar sind. Und das ist der  besondere Reiz von Braindance. Das Team: links: Thilo Hinterberger und Carla Pulvermacher; rechts: Ottmar Gendera Ohne die Bewegungsfähigkeit  des Körpers wäre der Geist in  uns eingeschlossen  Eine Feedbackschleife entsteht,  die das gesamte Geschehen  umfasst.